Der reguläre Urlaubsanspruch kann während der Elternzeit gekürzt werden.

Elternzeit und Urlaub

Der Arbeitgeber ist berechtigt, den Erholungsurlaub anteilig für jeden vollen Kalendermonat Elternzeit um ein Zwölftel zu kürzen. Dies ist allein dann nicht möglich, wenn während der Elternzeit eine Teilzeittätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber ausgeübt wird, s. § 17 Abs. 1 BEEG.

Der Arbeitgeber muss den restlichen Erholungsurlaub, den der Arbeitnehmer vor dem Beginn der Elternzeit nicht komplett nehmen konnte, gem. § 17 Abs. 2 BEEG nach Ende der Elternzeit im laufenden oder nächsten Urlaubsjahr gewähren. Der Erholungsurlaub erlischt damit nicht zum Jahresende oder zum 31.3. des Folgejahres. Dies ist eine Ausnahme zum Bundesurlaubsgesetz. Gleiches gilt, wenn auf die erste Elternzeit unmittelbar eine zweite Elternzeit folgt, weil ein weiteres Kind geboren wurde. Ist dann noch aus der Zeit vor der ersten Elternzeit Urlaub offen, so kann er nach Ende der zweiten Elternzeit genommen werden.

Erholungsurlaub und Teilzeit

Wenn beim bisherigen Arbeitgeber eine Teilzeittätigkeit ausgeübt wird, so kann der Arbeitnehmer im Rahmen der reduzierten Arbeitszeitverpflichtung durch Urlaub freigestellt werden. Der Urlaub vor Beginn der Elternzeit braucht also nicht übertragen werden.

§ 17 Abs. 3 BEEG legt fest, dass noch nicht gewährter Urlaub vom Arbeitgeber abgegolten werden muss, wenn das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit endet oder im Anschluss an die Elternzeit nicht fortgesetzt wird.

§ 17 Abs. 4 BEEG bestimmt, dass der Arbeitgeber berechtigt ist, zu viel gewährte Urlaubstage beim nachfolgenden Erholungsurlaub zu kürzen, wenn der Arbeitnehmer vor Beginn der Elternzeit mehr Urlaub erhalten hat, als er unter Beachtung der Kürzungsregel des § 17 Abs. 1 BEEG hätte erhalten dürfen. Das gilt nicht, wenn das Arbeitsverhältnis nach Ende der Elternzeit nicht fortgesetzt wird.